Prüfung des Baus einer doppelstöckigen Mehrfachturnhalle am Sportzentrum Pulheim

Änderungsantrag der SPD-Fraktion zu Top 5 der Sitzung des Ausschusses für Liegenschaften und Hochbau am 3. Februar 2022.

 

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Keppeler,
sehr geehrter Herr Brix,
sehr geehrte Frau Ehlen,

 

in der Sitzung des Ausschusses für Liegenschaften und Hochbau (LHA) soll am 3. Februar 2022 unter Top 5 über das Thema „Generalsanierung Turnhalle Am Sportzentrum, Pulheim – Prüfauftrag Alternativen zur Turnhallensanierung“ abgestimmt werden.

Wie allen, die sich im Sport und im sportlichen Ehrenamt in Pulheim engagieren, bekannt ist, können mit der jetzigen Hallenkapazität die Belange der Vereine, Schulen und sonstigen Interessierten nur noch ansatzweise befriedigt werden. Daher benötigen wir – nicht zuletzt auch durch den enormen Zuzug von Neubürger*innen – weitere Hallenkapazitäten in unserer Stadt. Da die hierfür in Frage kommenden Grundstücke begrenzt sind, möchten wir gerne auf eine andere Bauart von Sporthallen hinweisen, die bereits in vielen Städten umgesetzt wird; durch die Flächenfraß verhindert werden kann und die trotzdem den vielfältigen Ansprüchen der Nutzer*innen gerecht wird.

Aus diesem Grunde beantragen wir, bei der Alternativbetrachtung zur bisher geplanten Sanierung der Turnhalle am Sportzentrum und des Baus einer neuen Dreifachhalle auch die Möglichkeit der doppelstöckigen Bauweise einer Mehrfachsporthalle – etwa in Form von zwei Dreifachturnhallen oder einer Dreifachsporthalle und einer Zweifachsporthalle – an der Peter-Kanters-Allee in Betracht zu ziehen.

Eine solche Kombination hätte aus unserer Sicht gleich mehrere Vorteile:

  • Man könnte die untere Halle zu einem Teil in das Erdreich hinein bauen. Dies hätte gerade in den Sommermonaten positive klimatische Auswirkungen; und brächte zudem eine geringere Gesamthöhe des Gebäudes und die damit einhergehenden optischen Vorteile mit sich.
  • Die überbaute Fläche wäre deutlich geringer als im Falle zweier getrennter Sporthallen, was der Ökobilanz zu Gute käme.
  • Die Stadt Pulheim verfügte damit erstmals über eine Sportstätte, in der auch größere Turniere in höheren Ligen durchführbar wären, da der hierfür benötigte Platzbedarf mit einer solchen Kombinationshalle zu decken wäre.
  • Neben dem Dr.-Hans-Köster-Saal im Kultur- und Medienzentrum verfügte die Stadt Pulheim über eine weitere Versammlungsstätte, in der auch sportfremde Veranstaltungen durchgeführt werden könnten. Dies ginge nicht nur mit einem Imagevorteil einher, sondern brächte wohl auch finanzielle Vorteile, etwa durch zusätzliche Mieteinnahmen.

Wir würden uns freuen, wenn die Stadtverwaltung sich in diese Richtung informiert, bevor für die Sanierung einer Zweifachhalle fast doppelt so viel wie für den Bau einer neuen Dreifachhalle ausgegeben wird. Entsprechende Informationsmöglichkeiten im Internet haben wir diesem Schreiben als Anlage beigefügt.

Die Baufertigstellung und Inbetriebnahme der neuen Halle an der Peter-Kanters-Allee ist die Voraussetzung für den Beginn der Sanierung der Zweifachhalle am Sportzentrum. Daher können wir hier nicht die zeitliche Not erkennen, die Sanierung bereits jetzt zu beauftragen. Stattdessen wäre es aus unserer Sicht dringlicher, zunächst die Planungen für die neue Halle fertig zu stellen. In einer Reihe mit der PSC-Geschäftsstelle, der Budo-Halle und dem „PSC-Kraftwerk“ stellte sie eine gelungene Ergänzung des Pulheimer Sportzentrums dar. Hinzu kommt, dass sich auch in Hinblick auf den geplanten Neubau einer Schule auf dem Gelände des ehemaligen Hallenbades zusätzliche Synergieeffekte ergeben könnten.

Wir würden in diesem Zusammenhang gerne einen weiteren Punkt ansprechen: Aus Sicht der SPD-Fraktion ist eine alleinige Befassung dieser Fragen im Liegenschafts- und Hochbauausschuss nicht ausreichend. Hierbei geht es in erster Linie auch um die Frage, an welchen Stellen Bedarf für Hallenkapazitäten besteht, wo sie geschaffen werden sollen – und wo vielleicht sinnvollerweise auch nicht. Diese Diskussion gehört unserer Meinung nach inhaltlich in den Bildungs-, Kultur-, Sport und Freizeitausschuss (BKSFA), nicht in den LHA. Deshalb binden wir die dortige Vorsitzende, Frau Ehlen, in dieses Schreiben mit ein und bitten Sie, es den Mitgliedern des BKSFA in geeigneter Form zugänglich zu machen und das Thema auf der Tagesordnung der nächsten Sitzung zu berücksichtigen.

Vielen Dank dafür und bereits jetzt auch für eine wohlwollende Prüfung unseres Vorschlages!

 

Mit den besten Grüßen

 

Sylvia Fröhling und Torsten Rekewitz
Vorsitzende der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Pulheim

 

Anlage:

Informationen über bereits errichtete doppelstöckige Sporthallen in anderen Städten