Ortskern Brauweiler: Ehrenfriedstraße soll in Verantwortung der Stadt

Ehrenfriedstraße, Ortskern Brauweiler

„Die Zeit läuft uns davon, weil alle darauf warten, dass endlich jemand die Initiative ergreift“, so kommentiert SPD-Ratsmitglied Burkard Büschges die Situation auf der Ehrenfriedstraße in Pulheim-Brauweiler. „Die Gestaltung des Guidelplatzes bleibt ein Torso, wenn diese Straße im Herzen von Brauweiler weiter eine stark befahrene Landesstraße bleibt.“

In verschiedenen Standort- und Verkehrsgutachten Gutachten hatten Experten schon vor Jahren festgestellt, dass der Brauweiler Ortskern nur dann attraktiver werden kann, wenn die Verkehrsbelastung auf der Ehrenfriedstraße deutlich verringert und die Trennung von Guidelplatz auf der einen Seite und Abtei auf der anderen überwunden wird. Eine Bürgerwerkstatt hatte unter Leitung von Fachleuten Lösungen erarbeitet, wie der Durchgangsverkehr um den Ort gelenkt und die Geschwindigkeit des restlichen Verkehrs abgesenkt werden kann. Wesentliche Elemente dieser Planung sind u. a. die Aufpflasterung der Ehrenfriedstraße im Bereich des Guidelplatzes und eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 km/h. Zustimmung dazu kam aus dem zuständigen Ausschuss für Tiefbau und Verkehr, aber passiert ist bisher nichts. Im Gegenteil: Der Verkehr nimmt stetig zu. Obwohl die Durchfahrt für LKW gesperrt ist, werden Brummi-Fahrer immer wieder von ihrem Navi über die Landstraße durch Brauweiler geschickt.

Die SPD will nun Druck machen und hat im Stadtrat den Antrag gestellt, in Abstimmung mit dem Landesbetrieb Straßen NRW und dem Rhein-Erft-Kreis die gesamte Ortsdurchfahrt Brauweiler von einer Landesstraße zu einer kommunalen Straße herabzustufen. „Das würde das Ende des Stillstandes in der Entwicklung des Ortes bedeuten. Mit der Bebauung des Guidelplatzes hat die Gold-Krämer-Stiftung einen mutigen Schritt getan und investiert Millionen in die Zukunft von Brauweiler. Das kann aber nur eine Initialzündung sein, die erst dann erfolgreich sein wird, wenn eine attraktive Verbindung zur Abtei und ihren neuen Attraktionen wie dem Nachlassarchiv und dem Schaumagazin hergestellt ist“, beurteilt der Brauweiler SPD-Vorsitzende Dr. Harald Thomas die Situation. „Nicht umsonst hat der Investor in einer öffentlichen Veranstaltung die dringende Erwartung an die Stadt Pulheim gerichtet, dass vom Guidelplatz bis zur Abtei eine einheitliche Platzgestaltung die bisherige Trennung durch die Landstraße überwinden muss. Der Wille dazu besteht auf allen Seiten, aber es fehlt immer noch die Initiative von Seiten der Stadt. Der frühere Bürgermeister Dr. Morisse hatte die Ortskernentwicklung zur Chefsache gemacht und nach vielen Schwierigkeiten noch vor Ende seiner Amtszeit mit der Gold-Krämer-Stiftung einen Investor gefunden, der eine attraktive Gestaltung und Nutzung des Guidelplatzes plant. Jetzt ist es Aufgabe der Stadt, die Voraussetzungen im Umfeld des Platzes zu verbessern. Die Lösungen liegen auf dem Tisch, sie müssen jetzt endlich umgesetzt werden.“

In ihrem Antrag fordert die SPD die Stadtverwaltung auf, gemeinsam mit dem Landesbetrieb Straßen, dem Rhein-Erft-Kreis und den anderen Beteiligten ein Konzept zur Rückstufung der Ehrenfriedstraße und der Mathildenstraße zu entwickeln und darüber am 24. Mai im Haupt- und Finanzausschuss zu berichten. Dabei sollen endlich auch konkrete Maßnahmen zur Umsetzung der Ergebnisse der Bürgerwerkstatt vereinbart