„Gras wächst nicht schneller wenn man daran zieht!“

Florian Herpel im Gespräch mit Referent Prof. Dr. Rainer Strätz
Florian Herpel im Gespräch mit Referent Prof. Dr. Rainer Strätz

Viele interessierte Fachkräfte der Pulheimer Kindergärten und   Kindertagesstätten, sowie wissbegierige Pulheimer Mamas und Papas folgten der Einladung des Pulheimer Bürgermeisterkandidaten Florian Herpel am Montag, den 24.8.2009 ins Abtei-Gymnasium Brauweiler. Hochqualifizierte Referenten hatte Herpel für die Veranstaltung  gewinnen können. Prof. Dr. Rainer Strätz, stellvertretender Leiter des sozialpädagogischen Instituts NRW, erläuterte zu Beginn in einem sehr anschaulichen Referat nicht nur fachlich kompetent, sondern auch  unterhaltsam die neuesten Möglichkeiten der Förderung in Kindergärten und –tagesstätten. Seiner Konklusion: „Kinder brauchen Zeit, sie brauchen Platz, andere Kinder unterschiedlichen Alters und genügend Betreuer und Betreuerinnen!“, stimmte das Publikum applaudierend zu. Als er forderte, Kindern genügend Zeit zu lassen, um Dinge auf ihre eigene Weise heraus finden zu lassen, brachte er das Publikum mit der gewagten These: „Kinder trödeln nicht – sie haben zu tun!“, auch zum Schmunzeln.

Die anschließende Podiumsdiskussion mit Florian Herpel, dem Referenten Prof. Dr. Strätz und Prof. Dr. Jürgen Rolle, dem Vorsitzenden des Landesjugendhilfeausschusses des LVR, brachte den Zuhörern nicht nur neue pädagogische Erkenntnisse, sondern zeigte auch, wo die Probleme beim neuen Kinderbildungsgesetz (KiBiz) der CDU/ FDP-Landesregierung liegen: Falsche Betreuungsschlüssel, zu wenig Geld für die Einrichtungen, zu hohe Anforderungen an die Leistungen der Kindergärten und vieles mehr.

Florian Herpel fragte gezielt die anwesenden Erzieherinnen und Erzieher nach ihren Erfahrungen und zeigte sich schockiert, über die Bedingungen, unter welchen manche ihre Arbeit leisten müssen. „Diese Fachkräfte leisten so vieles und werden als Dank dafür schlecht entlohnt und bei Problemen oftmals schrecklich im Stich gelassen. So darf das nicht bleiben!“ Am Ende forderte der Bürgermeisterkandidat unter allgemeiner Zustimmung: „Wenn Milliarden Euro für die Sanierung maroder Banken und Firmen ausgegeben werden, muss auch etwas für unser wichtigstes Gut da sein – unsere Kinder!“