Hallenbad für Stommeln

Sanierung zu teuer: Hallenbad Pulheim (Bild: Archiv MMA)
Sanierung unwirtschaftlicher als Neubau in Stommeln: Hallenbad Pulheim

Die Tage des Pulheimer Hallenbades sind gezählt. Die geschätzten Betriebskosten für ein Kombibad Stommeln belaufen sich auf 1,2 Millionen Euro.

Pulheim – Einstimmig haben die Fraktionen im Ausschuss für Bildung, Kultur, Sport und Freizeit beschlossen, ein neues Hallenbad mit Sauna auf dem städtischen Gelände des Stommelner Freibades bauen zu lassen. Rund 10,2 Millionen Euro sind im Haushalt 2009 eingestellt, die Kosten für Sanierungsarbeiten am Stommelner Freibad (685 000 Euro) inklusive. Die geschätzten Betriebskosten belaufen sich auf 1,2 Millionen Euro jährlich für ein Kombibad. Aktuell gibt die Stadt pro Jahr eine Million Euro für beide Bäder aus.

Einige Entscheidungen gingen über die Empfehlungen des Gutachters hinaus, der ein neues Hallenbad auf dem Freibad-Gelände favorisiert hatte. So haben die Politiker im Fachausschuss 428 400 Euro für einen Sportlertrakt bewilligt. Der soll in den Hallenbad-Neubau integriert werden. Aus Rücksicht unter anderem auf die Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG), die im Hallenbad jährlich rund 970 Schwimmabzeichen abnimmt, haben die Fraktionen 744 000 Euro bewilligt. Das Geld will die Stadt in einen Sprungturm mit Ein-Meter-Sprungbrett und Drei-Meter-Plattform sowie in ein tieferes Schwimmbecken investieren. Völlig offen ist, was aus dem „verrotteten Hallenbad“ (so die FDP-Fraktionsvorsitzende Luzia Kilias) wird.

Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, das Hallenbad für geschätzte 543 000 Euro abbrechen zu lassen. Da sie keinen Grund zur Eile sehen, lehnten die Fraktionen den Vorschlag der Verwaltung zum jetzigen Zeitpunkt ab. Sie stimmten einem Antrag der SPD zu und beauftragten die Verwaltung, sie möge zu überprüfen, ob das Gebäude möglicherweise auch anderweitig genutzt werden kann. Auf fremde Hilfe darf die Stadt allerdings nicht zurückgreifen. Die FDP lehnte es ab, noch einen Cent für einen Gutachter zu bewilligen. Die Statik des Gebäudes erlaube keine andere Nutzung. „Ich weiß, wie das endet, dann haben wir schnell 40 000 Euro am Bein“, sagte Luzia Kilias. Bislang hat die Stadt schon 66 000 Euro für das aktuelle und ein früheres Gutachten nur für das Hallenbad aus dem Jahr 2007 ausgegeben.

Das Konzept wollen Stadt und Gutachter den Bürgern am 11. Dezember, 19 Uhr, im Kultur- und Medienzentrum vorstellen. Auf das Datum reagierte die FDP verwundert. Sie habe gedacht, die Verwaltung werde die Bürger frühzeitig informieren und nicht erst eine Woche nach dem Hauptausschuss und wenige Tage vor der abschließenden Ratssitzung. Beigeordneter Florian HerpelInfos zu Florian Herpel hier (einfach klicken) beruhigte. Der Verwaltung bleibe genug Zeit, die Vorschläge der Bürger in die Vorlage für den Stadtrat einfließen zu lassen.

Von Maria Machnik, 26.11.08, 19:11h